Sonntag, 27. Mai 2012

Rekord- und Limitjagd in Wien

Das Starterfeld von 10 Athleten welches sich am Pfingstsamstag in Stadlau zu einem kleinen Highland Game einfand war stark besetzt.
Es ging darum Rekorde aufzustellen und die Standards für die A- und B-Heavys für Games in Deutschland zu schaffen.

Drei A-Heavys hatten wir ja schon - Martin Schiller, Gerhard Zillner und Michael Wohlrab. Die gingen alle an den Start und lieferten sich ein knappes Match um den Gesamtsieg.

Für Michael Wohlrab war das der letzte Test vor der IHGF Highland Games Challenge EM in Ungarn am kommenden Wochenende. Er war gut in Form und konnte mit beiden Steinen neue persönliche Bestleistungen aufstellen, mit dem 20kg Gewicht überwarf er 4,80 Meter und ging dann gleich auf 5,20 Meter. Die Höhe wäre locker drinnen gewesen, aber das Timing vom Abwurf passte nicht.

Martin Schiller zweigte auch eine ansteigende Form i
n Richtung Team EM in Frankreich, wo er in zwei Wochen am Start sein wird. Die Steine klappten nicht ganz nach Wunsch, aber die Weight for Distance Würfe und der Hammerwurf waren schon gut. Mit dem Heavy Weight for Distance konnte er seinen österreichischen Rekord auf 9,43 Meter verbessern. Vorher stand er bei 9,26 Meter.

Gerhard Zillner kommt mit den Würfen der Highland Games durch regelmäßiges Training immer besser zurecht. Er konnte auch die Gesamtwertung gewinnen. Mit den Steinen kam er gleich zu Beginn sehr nahe an seine eigenen österreichischen Rekorde heran. Mit den Weight for Distance und Hammerwürfen schob er sich in der All-Time Liste jeweils an die zweite Position. Mit dem schweren Gewicht blieb er sogar einen Zentimeter über dem alten Rekord von Martin.

Vierter konnte ich selbst werden - sicher eines meiner bisher besten Highland Games von der Leistungsdichte her. Ich lag bis zum letzten Bewerb auf Kurs für die A-Heavy Qualifikation. Aber die 4 Stunden in der Sonne bis dahin haben mich müde gemacht - im Weight for Distance scheiterte ich dann 2x knapp an der Norm - sowohl mit den 25er als auch 20er Gewicht. Immerhin gab es mit dem 10er Hammer eine neue Bestleistung, und mit dem 25er Weight for Distance konnte ich sie egalisieren.

Florian Stadelmayer schaffte bis auf das Weight for Distance - da fehlte ihm diesmal jegliches Gefühl für das Timing - auch alle A-Heavy Qualifikations Marken.

Lukas Prettenthaler und Markus Schmitzer schafften beide die Qualifikation für die B-Heavy Bewerbe - am Ende war Lukas knapp vor Markus.

Unsere beiden Freunde aus der Steiermark - Richard Springle und Hannes Kainz waren auch wieder am Start. Hannes überraschte mit guten Steinstoßleistungen, und Richard konnte sich im Hammerwurf verbessern.

Unser Neuzugang Bernhard Ressel zeigte bei seinem ersten Highland Game seit langer Zeit, dass für ihn eine B-Heavy Qualifikation auch demnächst möglich sein wird. Im Hammerwurf fehlten nur 16 Zentimeter.

Die Ergebnisse gibt es >> hier


Sonntag, 22. April 2012

Saisonauftakt in Reinsberg

Vor einer wunderschönen Kulisse der Burgruine in Reinsberg lud dieses Wochenende Franz Kastenberger zu internationalen Highlandgames ein. Er selbst konnte wegen einem gebrochenen Handgelenk leider nicht starten.

Am ersten Tag waren die international besetzten A- und B-Heavy Bewerbe mit einem starken Team aus Ungarn und dem Uli Müller - dem deutschen Meister 2011 - am Programm.  

Die 6 A-Heavys absolvierten ein umfangreiches Programm: 2x Steinstoß, 2x Weight for Distance, 2x Hammer, Weight for Height und Cabertoss.
Die Steinstöße wurden in der Burgarena ausgetragen - hier wollte der österreichische Meister von 2011 - Gerhard Zillner die Rekorde von Martin Gratzer knacken. Im Braemar Stone (11,7kg) mit 11,41 Meter um nur 3cm. Im Open Stone war die Spannung dann weg - aber immerhin auf 14,87 Meter kam er dann noch bei seinem Bonusversuch.
 Weiter ging es mit dem Hochwurf - beim Zugang der Burgrunine. Hier dominierten unsere Freunde aus Ungarn - Csaba Meszaros reichten klar überworfene 4,20 Meter zum Sieg - er verzichtete dann auf weitere Versuche.
Aus Platzgründen mussten dann die Hammer- und Weight for Distance Bewerbe am Fusse der Burg auf einem Parkplatz ausgetragen werden. Leider ging es dort bergauf, und auch der Abwurfplatz war schwierig - sodaß keine Top-Leistungen möglich waren. Der Wettkampf blieb aber sehr spannend, und die Führungen wechselten laufend. 
Die beiden Weight for Distance Bewerbe konnte Martin Schiller für sich entscheiden. 
Gleich zwei Überraschungen gab es im schweren Hammer:  Csaba Meszaros konnte diesen zum Einen gewinnen, und Gerhard Zillner konnte erst als zweiter Österreicher überhaupt Martin Schiller in einerm Hammerbewerb bezwingen - wodurch der Kampf um den Sieg zwischen den beiden AHGF Athleten spannend blieb. 
Den leichten Hammer dann wieder Martin Schiller für sich entscheiden. 
Der schwierig zu werfende nicht taillierte 4,50 Meter Caber, den nur 2 Athleten überdrehten,  brachte dann die knappe Entscheidung um den Sieg: Gerhard Zillner gewann zwar den Bewerb, und warf als Einziger Athlet 12:00,  es konnte sich aber nur Csaba Meszaros (1:00) zwischen die beiden schieben. 
Enstand: Martin Schiller 16p; Gerhard Zillner 17p; Csaba Meszaros 22p; Uli Müller 32p; Adam Darasz 36p; Robert Katzenbeisser 45p

7 B-Heavys absolvierten 6 Bewerbe: Weitgehend ungefährdet machten hier die beiden Ungarn Attila Szabo und Balasz Adorian den Sieg unter sich aus.  Attila Szabo gewann Braemar Stone mit 10,10 Meter den Open Stone mit 11,78 Meter sowie den Hammerwurf sowie den Hochwurf (20kg) mit 4,04 Meter gemeinsam mit seinem Kollegen Balasz Adorian der auch das Weight for Distance für sich entschied.
Der Österreicher Martin Bräundle schaffte als einziger einen Überschlag mit dem schweren Caber und gewann den Bewerb mit 11:00 Uhr.
Endstand: Attila Szabo 9p; Balasz Adorian 14p; Martin Bräundle 19p; Zoltran Benkö 22p; Lukas Prettenthaler 27p; Mischa Nemezcek 33p; Richard Wurzinger 39p.


Die Teamwertung Österreich - Ungarn, welche sich aus den jeweils besten beiden A- und B-Heavy Athleten je Nation berechnete konnte Ungarn mit 68:72 gewinnen.


Bei den Frauen gab es mit der erst 15-jähringen Alexandra Jauk zwar nur eine Teilnehmerin, sie hatte unter den jugendlichen Zuschauern dafür einen beachtlichen Fanclub gewonnen, und zeigte ansprechende Leistungen bei ihrem ersten Highland Game.


Am zweiten Tag gab in der Burgarena einen spektakulär inszinierten Teambewerb - leider fanden hier nicht mehr viele Athleten den Weg zum Wettkampf, sodaß dann nur zwei Teams am Start waren. Ein Video vom zweiten Tag folgt noch - hier sieht man wie man publikumswirksam einen sportlich ansprechenden Bewerb (ohne Juxbewerbe) auch auf knappen Raum in Szene setzen kann.
 
 

Freitag, 30. Dezember 2011

Die Technik von Weight for Distance

Hier der zweite Teil der Technik Reihe von David Brown - Weight for Distance.
2009 hat er in Pleasanton einige Athleten beim werfen des schweren 25kg Weights gefilmt und analysiert.


Hier das Video dazu:




Eine Zusammenfassung seiner Analyse:


Der leichtathletische Hammerwurf kommt der Technik des Weight for Distance am nächsten. Das Gewicht muss auf Zug gehalten werden, und aus den Beinen und der Hüfte beschleunigt werden.
Die Möglichkeiten zur Beschleunigung des Gewichts beschränken sich auf die Phasen wo beide Beine Bodenkontakt haben.
Meistens ist das wenn das Gewicht bei 5:00 Uhr ist bis 11:00 Uhr.

Ziel ist es also, möglichst lange Beschleunigungswege zu haben. Dafür muss das Gewicht auf "Zug" sein - dh. eine Spannung von der Schulter bis vor zur Gewichtskugel vorhanden sein.

Das Gewicht muss nach jedem der beiden Umsprünge früh "gefangen" werden. Zischen 4:00 bis 5:00 Uhr.

Ein langer Beschleunigungsweg bedingt ein spätes Umspringen und wieder ein schnelles, tiefes landen auf beiden Beinen. Beim Umsprung darf das Gewicht keine Geschwindigkeit verlieren, Ziel ist es nach jeder Umdrehung das Gewicht weiter beschleunigen zu können - nur so bringen zwei Drehungen den gewünschten Erfolg.
Je kürzer die Flugphasen sind umso besser kann das Gewicht kontrolliert und beschleunigt werden.
Daher möglichst keine Auf- Abwärtsbewegungen sondern tief bleiben.

Beim Abwurf ist es wichtig, dass die Beine so landen, dass die Hüfte nicht gesperrt wird. Sonst verkürzt sich der Beschleunigungsweg beim Abwurf. Etwa eine Fußbreite Versatz zwischen linken und rechten Fuß wären optimal.
Ein Zielen leicht nach links beim Umsprung erleichtert das richtige Laden.

Hier eine Fotoserie des Wurfs von Sean Betz:



Weiter Weg beim Anschwingen - Hüfte arbeitet voraus - beginnt tief unten - Beine bleiben lange am Boden - dann schneller erster Umsprung - Gewicht wird überholt beim Umsprung - tiefes landen, frühes Fangen des Gewichts - beide Beine bleiben bis 3:00 am Boden, dann erst „Sprint“ nach vorne - Gewicht wird nach vorne/oben beschleunigt - beide Beine stehen wieder bei 5:00 - Hüfte hebt Gewicht zum Abwurf

Bei Ryan Vierra sieht man gut, wie er in den entscheidenten Phasen längere Beschleunigungswege geht wie Sean Betz:


Hier der Link zum Orignalartikel von David Brown:
https://www.facebook.com/note.php?note_id=172253495728

Montag, 26. Dezember 2011

Der Cabertoss - Technikbeispiele

Die meisten österreichischen Highlander haben den Cabertoss im Rahmen von Games mit den "AHC-Regeln" gesehen bzw. gelernt.
Dort wird ein leichter Baum im "Skandinavien Style" geworfen - also mit Abwurfbalken auf Weite.
Um hier eine möglichst grosse Weite zu erzielen muss man schnell anlaufen, der leichte Caber verleitet auch zum "Reinspringen" in den Abwurf. Der Abwurf erfolgt relativ spät und dabei wird der Caber auch nach vorne obe
n geschoben - dh. die Arme strecken sich vom Körper weg.

International kommt diese Art des Cabertoss aber so gut wie nicht vor. Und um einen wirklich schweren und langen Caber zu überdrehen ist die oben beschriebene Technik nicht gut geeignet.

Hier zwei Fotoserien die ich aus Videos gemacht habe, wo wirklich "schwere Brocken" gelungen überdreht werden:


Daniel McKim, einer der besten Cabertosser weltweit 2010 in Pleasanton:



Hier wird der bekannt schwere Caber in Breamar 2006 überdreht:




Beide Athleten beschleunigen gut zum Abwurf hin, durch das plötzliche Abbremsen bekommt der Caber ein hohes Drehmoment.
Sie schaffen es aber trotzdem den Caber rechtzeitig abzuwerfen. Beim Verlassen der Hände ist der Caber erst um etwas weniger als 45° gekippt.

Das funktioniert nur, weil sie zum einen nicht in den Abwurf springen sondern steigen. Bei einem schweren Caber würde es nach dem Reinspringen zu lange dauern bis wieder eine Aufwärtsbewegung kommt. Sie steigen auch mit gebeugten Beinen in den Abwurf, in dem Moment wo beide Beine stehen kommt sofort der "Pull" nach oben mit Armen und Beinen. Es gibt keine unnötigen Verzögerungen durch Nachwippen o.ä.

Nur so ist es möglich aus einem hohen Abwurftempo den Caber rechtzeitig abzuwerfen.

Bei Daniel McKim sieht man auch sehr gut wie stark er mit der Hüfte beim Abwurf mitarbeitet und wie er die Arme nach hinten oben zieht, um den Caber noch möglichst viel weiteres Drehmoment mitzugeben.
Ich habe auch eine senkrechte Linie in den Bildern eingezeichnet, wo der Caber landet. Bei beiden Würfen fehlt nicht mehr viel zur aufrechten Position - ein Zeichen, dass der Abwurf gelungen ist.

Hier noch ein Video von Daniel McKim, wo er den Cabertoss und vorallem die richtige Aufnahme erklärt:



Samstag, 24. Dezember 2011

Technik des Hammerwurf

David Brown hat 2009 zwei sehr gute Artikel über die Wurftechniken von Hammerwurf und Weight for Distance verfasst. Hier ist eine deutsche Kurzversion des Hammerwurfartikels mit den wichtigsten Punkten.

Die Screenshots stammen von Gordon Martin, den David Brown in seinem Artikel als gutes Beispiel hervorhebt – aufgenommen 2002 von Ryan Vierra:



Hammerpositionen:

Voraussetzung für weite Würfe ist eine hohe Abwurfgeschwindigkeit, und ein guter Abwurfwinkel:

  • hohe Rotationsgeschwindigkeit durch Anschwünge
  • zusätzliche Beschleunigung der Hammers beim Abwurf, langer Beschleunigungsweg

Voraussetzungen für das Erlangen einer hohen Rotationsgeschwindigkeit bei den Anschwüngen sind:

  • Die Hammerkugel muss einen möglichst weiten Weg gehen (Winkelgeschwindigkeit
  • Die Hammerkugel muss eine natürliche Umlaufbahn bekommen, und darf nicht aus dieser rausgenommen werden

Wie kann das erreicht werden?







  • Arme – Griff – Hammerkugel bilden eine Linie, das gibt eine optimale Kraftübertragung
  • Möglichst die ganze Zeit bleibt diese Spannung aufrecht
  • Die Schultern müssen flexibel und gut aufgewärmt sein
  • Meist ist der Oberkörper zu „steif“ - di e Beine und Hüfte beschleunigen den Hammer, nicht die Arme
  • Die rechte Hand bleibt gestreckt – auf ihr „hängt“ der Hammer. Angezogene Arme bremsen den Hammer
  • Die Spannung wird über die Beine und Hüfte aufgebaut - von den Knien bis zum Hammerkopf spannt sich der Bewegungsradius.
  • Je weiter der Weg des Hammers – umso besser
  • Die Hüfte und Beine arbeiten voraus – sie beschleunigen den Hammer, bauen die Spannung auf
  • Vorschieben der Knie erleichtert die Rückenlage wenn der Hammer oben ist

Um den Hammer nicht in eine unnatürliche Bahn zu zwingen wandert er mit zunehmender Beschleunigung von rechts nach links:

2:00 Uhr..............................1:00 Uhr.....................12:00 Uhr

Der Abwurf: langer Weg, hohe Beschleunigung:

Position 3:00 Uhr







  • Das Gewicht bleibt bis ca. 3:00 Uhr am rechten Fuß
  • Das rechte Fußgelenk und Knie drücken nach unten in Richtung des linken Stemmbein – das muss beim Abwurf gestreckt bleiben
  • Der Hammer wird „Hoch gehoben“ (Abwurfwinkel!) – weiten Weg gehen
  • Die Arme bleiben bis zum Schluß gestreckt, keine Wege abkürzen!

Link zum Originalartikel von David Brown auf Facebook: http://www.facebook.com/note.php?note_id=171230430728