Bei der Highlandgames WM in Victoria (Kanada) gab es am Wochenende spannende Titelkämpfe. Zwar musste der Titelverteidiger Aaron Neighbour aus Australien verletzungsbedingt absagen (er musste sich am Knie operieren lassen), der Rest des Feldes konnte sich aber auch sehen lassen.
Am Ende sah das Ergebnis wie folgt aus: 1. Larry Brock (USA) 25.0 2. Sean Betz (USA) 30.0 3. Sebastian Wenta (POL) und Scott Rider (ENG) 32.0 Larry Brock (1.90m 129kg) gewann seinen ersten WM-Titel. Er ist seit 10 Jahren als Highlander aktiv, und hält den US Rekord im Weight for Distance mit 28,54 Metern. In seiner Jugend war er als Leichtathlet in allen vier Wurfbewerben aktiv und spielte am College Football. In Victoria gewann er beide Hammerwürfe und beide Weight for Distance Bewerbe. www.brockthrow.com
Sean Betz (1.96m 135kg) gewann 2008 in Virginia den IHGF Titel. Auch er war in seiner Highschool und College-Zeit als Kugelstosser und Diskuswerfer aktiv. 1999 bestritt er sein erstes Highlandgame. Seine beste Einzeldiziplin in Victoria war der Gewichtshochwurf wo er Zweiter wurde. Aber auch ohne einem Einzelsieg konnte er den Zweiten Platz holen.
Sebastian Wenta (2.00m 149kg) hat eine interessante sportliche Vorgeschichte. Zunächst war er Kugelstosser wo er 2001 auf eine Bestleistung von 19,48 Meter kam. Dann wechselte er zu den Strongman wo er 2007 Zweiter wurde bei dem World Strongman Finale. Als Highlander konnte er in Schottland bereits alle grossen Titel gewinnen. In Victoria gewann er den Braemar Stone, Open Stone und Weight for Height mit 5,03 Meter. www.wentyl.sklep.pl
Scott Rider (1.88m 113kg) aus London ist ein ehemaliger Kugelstosser mit einer Bestleistung von 18,97 Meter. Er war im Kugelstossen Teilnehmer bei den Commonwealth Games 2006, und 2002 im olymischen Bobteam. Wie Sebastian Wenta ist er erst seit 5 Jahren als Highlander aktiv. In Victoria gewann er den Caber Toss - dieser war angeblich 77kg schwer!
Gestern waren in Judenburg (Stmk) bei den österr. Vereinsmeisterschaften mit einem Team bei den Männern am Start. Die jungen Athleten unseres Vereins schlugen sich in den Sprints, Läufen und Sprüngen sehr gut. Unser "Highlanderteam" für Ossweil war mit 3/4 der Mannschaft am Start - wir deckten die Würfe ab, Luki noch zusätzlich die 110 Meter Hürden. Trainingseinheiten hatten wir nicht viele für die Bewerbe absolviert, die lagen zwischen 0 bis 2, unser Fokus sind ja heuer die Highlandgames. Trotz des miserablen Wetters schafften wir recht ansprechende Leistungen:
Platz 3: Schilli, Hammer 45,29m Platz 3: Luki, Speer 48,59 Platz 4: Schilli, Kugel 13,02m Platz 6: Katzi, Diskus 36,61m Platz 8: Luki, 110 Hürden 16,87s
Da der Rest des Teams auch gute Platzierungen schafften wurden wir zu unserer Überraschung am Ende Vierter - von 11 Teams! Die bisher beste Platzierung für ein Männerteam von uns bei dieser Meisterschaft
Am Samstag war ich in Purgstall bei den Extreme Power Days welche Franz Kastenberger veranstaltet hat. Am Samstag stand der "Ultra-Werfer-Fünfkampf" am Programm. Ultra deshalb, weil die Gewichte "ultraschwer" waren. Begonnen hat das Ganze mit einem historischen Gewichtswurf mit Hammerwurftechnik. Das Gewicht wog 25,4kg und hatte einen kurzen Griff. Schon beim Aufwärmen merkte ich, dass ein Standwurf eher sinnlos ist - also versuchte ich auch eine Drehung. "Versuchen" war es dann auch ... Die Werfer welche den Drahthammer beherrschen waren hier eindeutig im Vorteil.
Zweiter Bewerb war der historischen Diskuswurf, statt dem Bronzediskus der Griechen warfen wir eine 5kg Hantelscheibe. Diesen Bewerb habe ich zwei mal vorher geübt, er lag mir schon eher.
Am Abend ging es dann am Hauptplatz, wo ein Marktfest stattfand, weiter. Der Steinstoß war ein Standstoß mit einem 25kg Gewicht, wahlweise ein Stein oder Eisenblock - ich nahm dann den Eisenblock - eindeutig die bessere Wahl.
Der schwerste Bewerb war das Ultrasteinstossen. Das unhandliche 50kg Gewicht mit einem brauchbaren Griff über den Kopf zu kriegen war schon eine Herausforderung, aber mit damit noch schnell anzulaufen ohne instabil zu werden hielt ich ja für unmöglich. Bis ich Christian Wimmer - der deutsche Rekordhalter in der Klasse M35 in diesem Bewerb - anlaufen gesehen habe. Nachmachen konnte ich es trotzdem nicht ...
Der letzte Bewerbe - Gewichtshochwurf mit dem 25,4kg Gewicht - lag mir endlich. Mit 3,40 Meter kam ich mit zwei anderen Athleten gemeinsam auf den zweiten Platz. Die 3,60 Meter wären wohl noch drinnen gewesen. Das Gewicht hatte aber ungewöhnliche Flugeigenschaften wegen dem langen flexiblen Griff. Die Leistungen wurden für die Gesamtwertung mit Altersfaktoren bewertet, hier die Age-Graded Wertung. In der "offenen" Wertung hätte es für mich aber wohl auch nur zum 4.Platz gereicht: 1. Franz Kastenberger 4467 Punkte Gewichtweit 8,48m / Diskus 19,54m / Stein 5,26m / Ultrastein 3,26m / Hochwurf 3,60m 2. Hans-Rainer Engwicht 4319p (7,10 - 16,02 - 4,08 - 2,62 - 3,40) 3. Christian Wimmer 4137p (9,04 - 20,92 - 5,24 - 4,16 - 3,40) 4. Reinhard Leichtfried 3879p (7,76 - 18,00 - 5,02 - 3,22 - 3,20) 5. Robert Katzenbeisser 3416p (5,72 - 17,80 - 4,83 - 3,04 - 3,40) 6. Gerhard Wurzer 3333p (7,30 - 15,90 - 3,42 - 3,24 - 2,60)
Heute war Tag der Arbeit - und wir waren auch fleissig, und haben ein anstrengendes Highlandgame in der Veitsch absolviert. Wie immer war alles von den Veitschern perfekt vorbereitet, und auch das Wetter war schottisch. Sonne, Wolke, Regen - sogar "Liquid Sun" hatten wir. Zwei mal mussten wir wegen kurzen Gewittern unterbrechen, kamen aber mit 7 Bewerben trotzdem zügig durch. Das Teilnehmerfeld war wieder stark, und es gab spannende Kämpfe um die Plätze. Leider verletzte sich Wohli gleich beim ersten Bewerb am Rücken und musste beim Zweiten dann aufgeben. Damit war der Weg frei für Schilli, der wieder sehr gut in Form war. Im letzten Bewerb - beim Caber Toss - konnte ich gerade noch einen "Clean-Sweap" von ihm verhindern.
Es gab auch zwei Österreich-Premieren: Einen Hammerbewerb mit dem 10kg Hammer, und erstmals einen Caber mit abgrundeten Ende für den Griff - einige Athleten brauchten hier die ersten Versuche um sich daran zu gewöhnen. Unser Weight for Height ist jetzt dank Hannes auch endlich "original" - und wirft sich serh gut :) Danke auch an Arch, der uns den Caber überlassen hat, jetzt können wir uns gut auf Ossweil vorbereiten. Zum Abschluß wurde noch der neue Pintomat der Veitscher getestet, und wir rechneten noch eine AHC Wertung aus den letzten 3 Bewerben heraus.
Donald Dinnie war ein schottischer Kraftsportler, der 1837 in Balnacraig geboren wurde.Seine Karriere umspannte 50 Jahre in denen er über 11.000 Siege in verschiedenen Bewerben verzeichnen konnte. Später wurde er als der beste Athlet des 19. Jahrhunderts bezeichnet.
Begonnen hat er als Ringer, und er wurde auch ein ausgezeichneter All-Around Athlet. Neben verschiedenen Heavyevents auch in den Leichtathletikbewerben im Sprinten und Springen. Als Profisportler startete er Jahrzehnte lang bei schottischen Highlandgames und war auch in den USA, Australien und Neuseeland erfolgreich. Durch seine Vielseitigkeit gewann er einmal bei einem Highlandgame 20 Bewerbe! Am Ende seiner Laufbahn verdiente er sein Geld hauptsächlich mit Strongman-Auftritten in London, dort starb er auch 1916 im Alter von 78 Jahren. Im Alter von 73 (!) Jahren schien er übrigens noch in der Preisliste der Naim Highland Games auf.
Hier einige seiner Bestleistungen: Hochsprung: 1,85m Kugelstoß: 15,08m Hammerwurf: 44m Diese Leistungen sind umso beachtlicher wenn man sie mit Siegerleistungen bei den ersten olympischen Spielen vergleicht, die 3-4 Jahrzehnte nach den Leistungen von Donald Dinnie erzielt wurden. Bei den Heavy Events der Highlandgames stellte er natürlich auch verschiedene Rekorde auf. Von seinen späteren Strongman Aufritten ist bekannt, dass er 76kg einarmig Reissen konnte, und noch mit über 70 Jahren eine Plattform stemmte, auf der zwei Tänzer den Highland-Fling tanzten.
Sein bekanntester Kraftakt war das Heben und Tragen der später nach ihm benannten "Dinnie-Stones" in Deeside. Die beiden Steine wogen zusammen über 350kg. Der Überlieferung nach half er seinem Vater, der Arbeiten an der Brücke von Potarch ausführte, und trug die Steine von einer Seite zur anderen - allerdings nicht der Länge nach, sondern der Breite - was eine Distanz von ca. 5 Yards (= 4,5m) war.
Zum Saisonauftakt in Langenzersdorf hatten wir heute ein mit 9 Athleten zwar ein kleines, aber dafür starkes Teilnehmerfeld. Bei den Leistungen zeigte sich, dass alle im Winter fleissig trainiert haben.
Die Teilnehmer waren von unserem "Original-Team": Wohli, Schilli, Schmitzer, Luky und ich Die Teufelsteiner Highlander aus der Steiermark kamen mit drei starken Athleten: Hannes, Richard und Markus - die waren es auch, die uns letztes Jahr in der Veitsch in der zweiten Runde beim Seilziehen rausgeworfen haben. Das gabs aber diesmal nicht :) Und dann kam noch der Kasti - der am 2.Mai-Wochenende den Power-Man Bewerb in Purgstall veranstaltet.
Der Vierkampf war eingebettet in das Geschehen eines Ritterfests, was uns in der "Schönwetterphase" auch einige interessierte Zuschauer brachte. Bei Wohli merkte man, dass er nächstes Wochenende seinen ersten Saisonhöhepunkt im Kraftdreikampf hat - er schaffte einen "Clean Sweap" und gewann alle 4 Bewerbe. Auch in der Alltimeliste konnte er sich mit einigen Bewerben nach vorne schieben. Bei Schilli und mir lief es noch nicht ganz rund - wir hatten aber zu Beginn ein paar Bestleistungen und schafften Platz 2 und 3. - Kasti war mir dicht auf den Fersen :) Gleich zu Beginn vom zweiten Bewerb ging ein ordentlicher Hagelsturm runter - was uns aber nicht weiter aufhielt. Da das Wetter dann wieder besser wurde, legten wir noch mit Weight for Distance und Hammerwurf zwei Bewerbe nach - er zeigte sich aber, dass diese besser im halbwegs ausgeruhten Zustand besser zu Beginn absolviert werden. 7 Athleten kamen dann noch in die Spezial-Sechskampfwertung.
"Frühe Geschichte" deshalb da diese 1746 endete, und erst 1819 fortgesetzt wurde - dazu später.
Sportliche Vergleichskämpfe sind ja seit der Antike aus Griechenland bekannt - dort gab es bereits den Diskuswurf, Speerwurf, Sprints, Läufe, einen Weitsprungbewerb und verschiedene Kampfsportarten.
In dem Book of Leinster von 1150 sind die Tailteann Games beschrieben, die es in Teltown nördlich von Dublin seit 1829 v.Ch. bis ca. 1166 n.Ch. gab. Als Bewerbe wurde dort Steinstossen, Laufbewerbe, Ringen, Sprungbewerbe und eine Hammerwurf ähnliche Disziplin ausgetragen. Wahrscheinlich nahmen Siedler aus Irland diese Sportfeste nach Schottland mit, als sie sich zwischen den Fünften und Sechsten Jahrhundert dort ansiedelten.
Die Braemar Gameshatten ihren Ursprung wahrscheinlich 1040 als König Malcolm Calmore dort einen Hügellauf veranstaltete.
1314 gab es in Ceres die ersten Games zu Ehren der Rückkehr von König Robert Bruce von einer erfolgreichen Schlacht. Diese Games wurden dann weitergeführt. Angeblich gab es dort Steinstossen und Hammerwerfen als Heavy-Events.
Die Highlands in Schottland wurden lange Zeit von den Clans dominiert. Es wurde gälisch gesprochen, das Sagen hatten dort die Clanchiefs. Bei regelmäßig abgehaltenen Clan Gatherings wurden verschiedene Sportbewerbe abgehalten, damit die Männer der Clans fit blieben zum Kämpfen mit anderen Clans. Die Bewerbe waren Laufen, Ringen, Bogenschießen und die Heavyevents Steinstossen und Hammerwerfen. Es gab auch Vergleichswettkämpfe zwischen den verschiedenen Clans wo die besten Athleten gegeneinander antraten.
Nach einem niedergeschlagenen Aufstand von 1745, als einige Clans versuchten die Stuarts wieder auf den britischen Thron zu bringen, wurde 1746 sämtliches schottisches Brauchtum verboten. Das bedeutet auch das vorläufige Ende der Highlandgames in Schottland.
Langsam etablierte sich das schottische Brauchtum aber wieder, und 1819 wurden in St.Fillans die ersten Games der "modern area" abgehalten.